| Irgendwie ist es schon ein bisschen ungewoehnlich,
wenn man auf dem heißen Pflaster der Innenstadt nach den letzten
Weihnachtsgeschenken suchend, einem Weihnachtsmann mit Rauschebart und
rotem Kostuem begegnet. Die muessen sicher ganz schoen schwitzen... Es gibt eben keinen Schnee, Minusgrade und dick eingepackte Menschen mit rotgefrorenen Nasen in Auckland. Aber
trotz den ungewoehnlichen Temperaturen fuehlt man sich, gerade in den
Einkaufspassagen, wie zuhause. An jeder Ecke dudelt eine andere
Weihnachtsmusik, Muttis hetzen durch die Einkaufspassagen, ihre Kinder
haben sie an den Computerspielen abgegeben, waehrend Vati entnervt
irgendwo wartet und sehnsuechtig an die ersten Feiertage denkt.
Zwischendrin steht ein riesiger Weihnachtsbaum, behangen mit
Suessigkeiten und allerlei Spielzeug. Auch in ihrem Wohnzimmer
haben viele Aucklaender einen Tannebaum stehen. Im Westen Aucklands
gibt es riesige Gaerten voller Tannenbaeume, die sich die Neuseelaender
dann mit nach Hause nehmen und schmuecken. Der wahre Weihnachtsbaum
Neuseelands allerdings, der Pohutokawa, passt in kein Wohnzimmer.
Ueberall sieht man ihn hier, ein grosser praechtiger Baum, dessen Krone
sich Mitte Dezember mit lauter roten Blueten schmueckt.
In der Innenstadt Aucklands, sowie auch in den vielen kleinen Vororten,
fanden traditionell, zu Beginn des Monats, die Santa- Paraden statt.
Auf festlich geschmueckten Wagen stellen sich hier die
unterschiedlichsten Gemeindegruppen, egal ob Kirchentreff,
Tanzformation oder Musikantengruppe, vor, schmeissen Lollies und
Bonbons in die Kindermengen am Straßenrand und spielen „ I am dreaming
of a white christmas“ und andere Weihnachtslieder von ihren Wagen
herunter. Als Weihnachtsleckerei ist hier das sogenannte Pavlova
ganz populaer Bestehend aus geschlagenem Eiweiss und Zucker, ist es ein
sehr suesses (und wohl gewoehnungsbeduerftiges) Dessert, was meist mit
Fruechten serviert wird. Ebenso gibt es den traditionellen Plumpudding
aus England. Ich weiss leider noch nicht, wie er schmeckt, wir haben
uns aber einen gekauft und werden es demnaechst testen. Ansonsten
kann man sich von suessen Leckereien ueber Weihnachtsschnaps bis hin zu
Truthahn mit allem ueblichem oder unueblichem Festtagsessen eindecken.
So fremd ist das Weihnachtsfest also auch nicht von dem Zuhause. Die
einzige unerklaerliche Sache war fuer mich mein
Schokoladenweihnachtskalender: Ich habe naemlich am 1. Dezember
vergeblich das Tuerchen mit der 1 gesucht. Stattdessen habe ich die 25
geoeffnet. Frohe Weihnachten.
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